Pressespiegel: Eine runde Sache

Stuttgarter Zeitung vom 18. September 2006

Am vorvergangenen Samstag waren im Schocken die Goldenen Zitronen zu Gast. Die haben im Laufe ihres knapp 25-jährigen Bestehens hinlänglich vorgeführt, wie man ein autonomes Musikerleben führen kann, ohne sich dem Diktat der Musikindustrie unterwerfen zu müssen. Was das alles mit dem Freien Radio für Stuttgart (FRS) zu tun hat? Einiges! Auch das FRS steht in Stuttgart für Musik jenseits der hinlänglich ausgewalzten Mainstreambahnen; es ist, wie es im Booklet zu einer jetzt veröffentlichten CD trefflich heißt, "kein Radio zum Durchhören, aber zum Zuhören", gestaltet "unbeeinflusst von Vorgesetzten, Programmgestaltenden, Mehrheitsmeinungen, gesellschaftlichen Einflussgruppen oder politischen Vorgaben".
Zehn Jahre wird es nun schon alt, zum Jubiläum gibt es daher nun diese CD, die einen Querschnitt der vielfältigen Stuttgarter Musiklandschaft vorstellt. Auch die Goldenen Zitronen sind auf diesem Sampler mit einem Stück vertreten. Bekanntlich handelt es sich bei ihnen zwar um eine Band aus dem schönen Hamburg, aber sie dürfen schon deshalb mitmachen, weil ihr Bandmitglied Ted Gaier im Booklet auf die Frage, ob er Deutschlandradio Kultur höre, antwortete: "Nein, das feuilletonistische Gesäusel halte ich nicht aus, erst ein Stück Beethoven, dann Björk und dann Ethno."

Ansonsten ist alles vom Feinsten versammelt, was die Musikszene am Nesenbach derzeit zu bieten hat. Putte, die Kilaueas, Loretta, Tieflader, Ma Cherie for Painting und viele mehr sind dabei auf insgesamt 22 Tracks dieser - allein schon, weil der Erlös dem angeschlagenen FRS zugute kommt - empfehlenswerten Zusammenstellung.
Erhältlich ist die CD für schlappe zehn Euro bei Wom, Ratzer Records und Second Hand Records oder per E-Mail beim FRS.
Freies Radio für Stuttgart: 99,2 MHz terrestrisch, 102,1 MHz im Kabel oder als Live-Stream unter www.freies-radio.de