Pressespiegel: Turnen fürs Freie Radio

Lift, Dezember 2001

Dass das Freie Radio für Stuttgart nur in wenigen Stadtteilen in der Stadt zu hören ist, wird von Radioaktiven oft genug angeprangert. Aber die Ursachen, warum das nach mehr als fünf Jahren immer noch so ist, ähneln einem Schildbürgerstreich: Das Signal für die UKW-Frequenz 97,2 Megahertz wird in Stuttgart von einem 500 Watt schwachen Sender mitten im Kessel ­ aufgestellt auf dem Schloßplatz ­ gesendet. Von da aus ist schwerlich über die Berge zu senden, Neckarvororte , Filder, Kaltental sind radiofrei. Die zuständige Behörde, die Landesanstalt für Kommunikation (LfK) hat Abhilfe versprochen, der stärkere Sender soll auf den Turm der Müllverbrennungsanlage Münster.

Beste Voraussetzungen, eigentlich. Bis die Behörde feststellte: Da darf gar kein Techniker rauf, der die Technik installiert, denn die Leiter verläuft innen im Turm, deshalb erlauben die Unfallvorschriften nur den Müllarbeitern das Herumturnen auf und im Objekt der Begierde. Aber nicht genug damit: Die Sendeanlagen in Münster werden von der Telekom finanziert, da sie dort auch Sender für den Mobilfunk installiert. Ein weiterer Grund, warum die LfK nicht einfach losbauen kann, sondern warten muss, bis der Bauherr einen Bauantrag stellt. Das passierte jetzt erst, so dass frühestens im Frühjahr 2002 Besserung in Sicht ist. Dann soll vom Sendemast aus mit einer Stärke von 1.000 Watt gesendet werden, das Neckartal hinunter und in den Kreis Ludwigsburg hinein. Weiter FRS-frei bleibt dann nur noch Kaltental, das Tal der Radioahnunglosen, denn über Hasenberg und Karlshöhe kommt auch der neue Sender einfach nicht drüber.

KARL