Pressespiegel: "Neue Studioräume sind fast bezugsfertig"

Stuttgarter Nachrichten, S-Ost, 23.8.2013

Neue Studioräume sind fast bezugsfertig
Nach der Kündigung imMärz hat das Freie Radio Stuttgart
bereits neue Studioräume gefunden.

Von Sebastian Ostendorf

Die Kündigung hat uns überrascht und war vorher nicht absehbar“, sagt Oliver Herrmann, Referent für die Öffentlichkeitsarbeit beim Freien Radio Stuttgart. Der Sender erfuhr im März, dass er aus seinen alten Studioräumen in der Rieckestraße 24 ausziehen und bis Ende September eine neue Unterkunft finden musste. Der Förderverein für das Freie Radio Stuttgart hatte schnell Erfolg, in der Stöckachstraße 16a, keine drei Gehminuten vom bisherigen Sendekomplex entfernt. Seit 1. Juni ist er deren stolzer Mieter. „Es war großes Glück, dass wir so schnell etwas in der Nähe gefunden haben“, so Herrmann. Zurzeit bauen Mitglieder und Handwerker die Räume für Studiozwecke um. Der Vorteil des Umzuges ist, dass künftig größere Büroflächen und mehr Studios zur Verfügung stehen. „Darüber hinaus sind wir froh, dass wir weiterhin hier im Viertel bleiben können“, sagt Herrmann. Das Freie Radio Stuttgart ist weder kommerziell noch in öffentlich-rechtlichem Besitz. Im Sommer 1993 hatten 43 Gruppen und Einzelpersonen das Freie Radio Stuttgart gegründet. 1994 nahm der neue Sender seinen Betrieb auf. Das Radioprogramm ist ein Sprachrohr für lokale Musikgruppen, Einzelpersonen und Bürgerinitiativen. Beim Freien Radio bekommen sie Zugang zum Rundfunk. Die Themen reichen von Feminismus über alternatives Wirtschaften bis zur sozialen Deklassierung. Öffentliche Diskussionen sollen dadurch angeregt werden. „Das Freie Radio ist ein sozialer Raum für alle Menschen“, sagt Herrmann. Auch das Musikprogramm ist eine bunteMischung und hat keine einheitliche Linie. Der Hörer bekommt sowohl Jazz und Klassik als auch Techno und IndyRock zu hören. Der Förderverein stützt sich vor allem auf eine 500 Mitglieder. Er finanziert den Umbau zu dem über Rücklagen und Fördergelder. Auch einen Kredit nimmt er in Anspruch.
Unterstützer können über die Spendenplattform betterplace.org Allgemeinspenden oder für bestimmte Gewerke wie die Schallisolierung. Insgesamt ist eine Summe von 7000 Euro für den Umbau fällig. Der Umbau bedroht den Sender nicht in seiner Existenz. Gleichwohl bedeutet er eine Mehrbelastung für das Freie Radio, das die Kosten für zwei Mieten, Personal und Technik aufbringen muss. Das Freie Radio sendet bis zum Umzug noch aus den alten Räumen. Herrmann ist zuversichtlich, dass der Sender länger in seinen neuen Räumen bleibt: „Wir haben eine Garantie von zehn Jahren.“Nachdem der Vertrag in trockenen Tüchern war, setzte eine Planungsphase ein, um Umbau und Umzug zu organisieren.
Mitte Juli waren erste Löcher gegipst, Räume gestrichen und alte Teppiche rausgerissen. „Die Mitglieder des Fördervereins konnten aber nicht alles übernehmen. Elektrik, Netzwerk und Trockenbau wurden an Handwerker ergeben“, sagt Herrmann. Die Arbeiten am neuen Studio dauern noch bis Ende August. Zu Monatsbeginn waren die Studio- und Akustikwände komplett beplankt, verfugt, geschliffen und mit Dämmung versehen. Wenn der Bauschutt beseitigt ist, können sie tapeziert und gestrichen werden. Die Renovierungsarbeiten sind auch sonst fortgeschritten: Im Raucher- sowie im Serverraum sind neue Böden verlegt, viele Wände gestrichen. Der Einbau des Studios ist der größte Kraftakt. Neben der kostenspieligen Schallisolierung steht auch eine komplette Verkabelung der Räume an. Herrmann hofft, dass bis Ende August die Umbauarbeiten abgeschlossen sind und der Umzug über die Bühnen gegangen ist: „Das spart uns zumindest eine Monatsmiete für unsere alten Räume.“ Kontakt: Wer spenden möchte: Förderverein für das Freie Radio Stuttgart, BWBank, Bankleitzahl 600 501 01, Kontonummer 220 534 6
// Spenden geht auch im Internet unter http://www.betterplace.org/p14095

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