Pressespiegel: Refugee Radio – Radio von Flüchtlingen für Flüchtlinge

W!N – Das Freiwilligenmagazin Dez 2016 - Mai 2017
Von Stefanie Krämer

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Refugee Radio – Radio von Flüchtlingen für Flüchtlinge
Das Freie Radio Stuttgart bietet Raum zur Integration

Unabhängig-eigensinnig-selbstbestimmt, das Freie Radio Stuttgart (FRS) ist eine Marke. Kantig und gerade heraus gestalten mehr als 250 Ehrenamtliche den täglichen Sendeablauf.

In der neuen Sendung Refugee Radio sind seit Mai 2016 auch Menschen mit Fluchterfahrung on air. Zu hören gibt es nicht nur Klänge aus der Heimat, sondern auch Persönliches sowie Diskussionen zu Kultur und Politik – eben alles was die Flüchtlinge bewegt.
EBOU SARR hat vieles lebt. In seinem Heimatland Gambia engagierte er sich u. a. für die sexuelle Aufklärung von Jugendlichen und die Prävention vor weiblicher Genitalverstümmelung. Für seine
Arbeit war das Radio ein wichtiges Hilfs- und Kommunikationsmittel. Heute lebt er in Deutschland. Eine Arbeitsstelle, die eigene Wohnung – neben seiner ehrenamtliehen Arbeit beim Refugee Radio
ist immer viel zu tun. Die Zukunft der Sendung hat er dabei jedoch fest vor Augen. Das Programm soll neu strukturiert, die Themen prägnanter werden: »Ziel ist es, genau die Themen
herauszuarbeiten, die für Refugees am wichtigsten sind. Das betrifft grundlegende Sachverhalte zu Unterkünften oder Jobs, aber auch Fragen nach Fluchtursachen und Integration, Armut oder
Radikalisierung«. erklärt er. Die Sendung soll als Plattform mit einem Meinungs- und Erfahrungsaustausch den Geflüchteten als Unterstürzung dienen. Sarr persönlich liegt der Bildungsaspekt besonders am Herzen. Wichtig sei vor allem auch, Deutsch zu lernen, um so selbst kommunizieren und Netzwerke aufbauen zu können.
Als Projektleiterin des Refugee Radio kümmert sich DIANA MÜLLER zurzeit vor allem um die Bekanntmachung der Sendung. Einführungsworkshops gibt sie für die neu hinzugekommenen
Redakteure, das Programm machen die Refugees allerdings selbst. Dabei spiegelt die Musik- und Themenwahl die persönlichen Vorlieben und Interessen der Moderatoren und ihrer Heimatländer
wider. »Alle haben unterschiedliche kulturelle Hintergründe und diese funktionieren auch alle anders, erklärt sie. »Das ist eine Herausforderung, bei der es manchmal auch knallt.« Einige
Sendungen seien gerade auch deshalb "sehr persönliche". Schlüsselfaktoren, wie sich gegenseitig zuzuhören und füreinander Verständnis zu zeigen, sind dabei sehr wichtig. Die Idee, das Projekt ReJugee Radio ins Leben zu rufen, lag nahe. »Für uns war schon immer klar und wichtig, dass wir offen für alle sind. Angesichts der großen Zahl an Geflüchteten in Stuttgart
war es für uns logisch, ein neues Projekt an den Start zu bringen, das ihnen Möglichkeiten aufzeigt, eine Sendung mit eigenen Inhaltenzumachen«,erklärt OLIVER HERRMANN, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit beim FRS. »Seit wir bestehen machen wir integratives Radio. Wir haben viel Freiraum und Möglichkeiten, das zu tun, was wir gut und richtig finden.« Finanziert wird das
Projekt durch den Förderverein des FRS, doch es braucht weitere Mittel. Ein EU-Antrag ist bereits gestellt.
Zum Reinhören. jeden 1./2./3, und 4. Dienstag im Monat. 17-18 Uhr mit Antenne unter 99.2 MHz bzw. Kabel unter 102,1 MHz oder im livestream auf www.freies-radio.de
Es werden laufend neue Redakteurinnen und Redakteure gesucht. Alle geflüchteten Menschen, unabhängig von Alter, Nationalität und Geschlecht, sind eingeladen mitzumachen.
Kontakt: fluechtlingsradio [at] freies-radio [dot] de