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Header Hochdrucklautsprecher vor Bäumen

Nachruf Guy Efa-Akame

Guy NEU

Unser lieber Radiokollege Guy lebt nicht mehr. Guy Efa-Akame kam aus Kamerun und war viele Jahre fester Bestandteil im FRS in der Redaktion Radio Africa. Seine samstäglichen Sendungen waren legendär: Guy berichtete über historische und aktuelle Ereignisse, die mit Afrika zu tun hatten. Das Besondere: Sein Blick ging von Europa aus. Je nach Laune moderierte er mal in Deutsch, Französisch und Englisch. Er betrieb statt Heimatpflege Interkultur im besten Sinne. Auch seine Musikauswahl funktionierte nach diesem Prinzip: Als großer Jazzfan kannte er die Wurzeln und konnte sie mit zeitgemäßen Künstlern zusammenführen.
Im Anschluss an seine Sendungen war der Rauchersalon ein Begegnungsort für Freunde aller Nationalitäten, die sich gerne mit ihm trafen.
Guy sagte öfters von sich 'ich bin ein Sauerländer', denn er kam durch das Goethe-Institut nach Iserlohn, seine erste Station in Deutschland. Ein Studium am Institut für Luft- und Raumfahrttechnik konnte er nicht beenden. Sein Geld verdiente er später als Taxifahrer und erlebte dadurch viele Geschichten. Nur eine davon: Eine russische Ska-Band aus Sankt Petersburg strandete in Stuttgart auf dem falschen Wilhelmsplatz (es gibt zwei aus unerfindlichen Gründen), Guy nahm sie in seinem Taxi mit und erzählte ihnen unterwegs, dass er von seiner Radiokollegin eine tolle russische Gruppe mit einem afrikanischen Sänger kenne, die 'Markscheider Kunst' heiße. Die Jungs waren völlig fassungslos und sagten: "Das sind wir"...
2013 erlitt Guy einen Schlaganfall, war daraufhin teilweise gelähmt und konnte kaum noch sprechen. Von einem Moment auf den anderen war alles, was er machte und mochte, nicht mehr möglich. Aber Guy war hartnäckig und trainierte sich, so gut es ging. Einen ganz großen Anteil davon leistete seine Partnerin Ursula, die 40 Jahre mit ihm zusammenlebte, durch dick und dünn ging und ihn in jeder Hinsicht unterstützte.
Er ließ es sich nicht nehmen, das jährliche Afrikafestival zu besuchen, und es war unglaublich zu erleben, wie viele Menschen ihn kannten.
Mit den Jahren kamen noch weitere Erkrankungen hinzu und verschlechterten auch die Lebensqualität. Er trat im November 2025 im Wortsinne seine letzte Reise an nach Kamerun, wo er im Kreise der großen Familie seinen 75. Geburtstag feierte. Am 23. Februar 2026 erlosch dann sein Lebenslicht für immer.