13.03.2026 18:00 Uhr Inforedaktion: südnordfunk
Bedrohte Rechte in Nord-/Ostsyrien | (Frauen) Proteste in Iran | Feministische Arbeitskämpfe in Mexiko
Solidaritätsbekundung an einem Wohnprojekt in der Bremer Neustadt Quelle: Lizenz: Keine (all rights reserved)
Anlässlich des 8. März gibt es im nächsten südnordfunk einen Schwerpunkt zu feministischen Kämpfen im Globalen Süden:
In Iran riskieren Frauen ihr Leben, um sich dem Regime zu widersetzen – seit dem Tod von Mahsa Jina Amini 2022 hat die Bewegung »Frau, Leben, Freiheit« eine neue Generation politischer Akteurinnen hervorgebracht.
In Nordsyrien gerät mit Rojava eine der radikalsten feministischen Gesellschaftsexperimente der Gegenwart unter militärischen Beschuss.
Und in Ciudad Juárez, an der mexikanisch-amerikanischen Grenze, organisieren sich Fabrikarbeiterinnen gegen die unsichtbare Gewalt der globalen Lieferkette.
All Eyes on Iran!
Feministisch getragene Proteste gegen das Regime
Jin_Jiyan_Azadi_by_Btoy,_Schwendergasse Wien / Quelle: Von Herzi Pinki, CC BY-SA 4.0
Der feministische Kampf in Iran ist älter als die islamische Republik – er reicht zurück bis 1905. Aber seit 1979 hat das Regime systematisch Frauen kontrolliert: ihren Körper, ihre Stimme, ihre Sichtbarkeit. Der Hijab ist dabei nie nur ein Stück Stoff gewesen. Er ist das sichtbarste Symbol eines Systems, das seine Legitimität aus der Unterdrückung der Mehrheit zieht. Als Mahsa Jina Amini 2022 stirbt, weil ihr Kopftuch nicht richtig saß, schlägt der Funken über. Was folgt, ist keine gewöhnliche Protestwelle – sondern eine Bewegung, die Frauen erstmals nicht als Symbolfiguren, sondern als politische Akteurinnen in den Vordergrund stellt. Frau, Leben, Freiheit. Wir nähern wir uns diesen Bewegungen aus unterschiedlichen Perspektiven an: Samira Bazmara blickt mit uns in die Geschichte feministischer Proteste. Die junge Iranerin Panjan hat 2023 selbst erlebt, wie es ist, auf der Straße festgehalten zu werden und trotzdem nicht zu schweigen. Und Felicia Fehlberg untersucht in ihrer Bachelorarbeit, welche Rolle Musik bei den »Frau, Leben, Freiheit« Protesten spielte.
Das Verschwinden einer Utopie
Was bleibt vom demokratischen Aufbruch in Nord- und Ostsyrien?
Seit Beginn des Jahres wurde die Demokratische Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien im Zuge einer militärischen Blitzoffensive durch die syrische Übergangsregierung und ihre Verbündeten in weiten Teilen zurückgedrängt. Mit den Angriffen gerät nicht nur ein politisches Projekt unter Druck, sondern auch die konkrete Utopie einer freieren, basisdemokratischen und geschlechtergerechten Gesellschaft, in der sich insbesondere für Frauen und queere Menschen neue Räume von Teilhabe und Selbstbestimmung erkämpft hatten. Im Gespräch mit Anita Starosta von medico international finden wir heraus, was die aktuellen Angriffe für die Menschen vor Ort bedeuten. Wir sprechen auch über die Zukunft des Projektes Rojava und darüber, was es jetzt braucht, um den zivilen Widerstand und die verbliebenen selbstverwalteten Strukturen solidarisch zu unterstützen.
Kurdische Guerillakämpferinnen / Quelle: Kurdish PKK Guerillas // Kurdishstruggle